Probleme einfach lösen – mit Absicht und der Frage nach dem „Warum“

Wenn ich für eine Situation, die ich eigentlich anders haben möchte, keine passende Lösung finde, dann habe ich ein Problem.

Wenn ich für ein Problem über längere Zeit keine Lösung finde – und vielleicht sogar die Hoffnung darauf verliere – dann wird aus dem Problem eine Krise.

Was dabei oft übersehen wird:
Die passende Lösung liegt nicht irgendwo im Außen.
Sie liegt in der ursprünglichen Situation – in dem, was wir längst nicht mehr bewusst erinnern.

Ein Problem ist im Grunde das Ergebnis einer Situation, in der wir einmal eine Lösung gefunden haben, die für uns nicht funktioniert.
Nur nehmen wir nicht diese ursprüngliche Situation wahr – sondern erst das Ergebnis: das Problem.

Alles, was davor passiert ist, geschieht unbewusst.
Es basiert auf alten Verhaltensmustern, die wir irgendwann gelernt und abgespeichert haben.

Und genau hier passiert etwas Entscheidendes:
Sobald wir ein Problem wahrnehmen, gehen wir fast automatisch nach vorne.

Wir wollen es lösen.
Wir denken nach, analysieren, suchen neue Wege, fragen andere nach ihren Ideen – und probieren vieles aus.

Eine Bewegung nach vorne.
Eine Lösung – funktioniert nicht.
Noch ein Versuch.

Doch was, wenn genau das nicht der richtige Weg ist?

Wenn verschiedene Lösungen über längere Zeit nicht greifen, liegt der Schlüssel oft nicht darin, noch mehr nach vorne zu gehen, noch mehr im Außen zu suchen –
sondern bewusst anzuhalten.

Innehalten.
Die Bewegung stoppen.

Und dann: einen Schritt zurückgehen.

Nicht weiter suchen.
Sondern zurückblicken.

Dieser Richtungswechsel ist der entscheidende Punkt.

Es hilft, ein Problem einmal ganz einfach zu betrachten– wie eine mathematische Gleichung:

                                        a + b = c

a steht für die Ursprungssituation – so lange her, dass sie längst in unser Unterbewusstsein gerutscht ist.
b ist die damals gefundene Lösung – die heute nicht mehr funktioniert.
c ist das Ergebnis – unser Problem

Heute, jetzt – bewusst, sehen wir nur c – das Problem – und versuchen dort, ganz logisch, anzusetzen.

Wenn wir aber mit Absicht diesen Schritt zurückgehen, richtet sich unser Blick auf b und a.

Auf das, was vorher passiert.

Auf die Lösung, die wir einmal gefunden und übernommen haben – die aber noch nie „unsere“ war.

Die Ursache für das Problem, dass uns schon „gefühlt“ ein Leben lang begleitet.

Und genau dort liegt der Schlüssel.

Nicht im weiteren Suchen.
Sondern im Erkennen, im Verstehen.

In dem Moment, in dem wir innehalten und zurückblicken, wird etwas sichtbar, das vorher verborgen war:
unsere alte, abgespeicherte Lösung, die einzige Variable in der Gleichung, die wir verändern können.

Und dann entsteht Raum und Möglichkeiten –  für eine neue, passende Entscheidung.

Viele dieser Muster sind in einer Zeit entstanden, in der wir abhängig waren – in unserer Kindheit.
Wir haben Verhaltensweisen und Lösungswege übernommen, die andere uns gezeigt haben – so lernen wir in der Kindheit – wie wird es gemacht.

Heute sind wir erwachsen.

Und das bedeutet:
Wir können bewusst innehalten.
Wir können die Richtung ändern.
Wir können zurückschauen – statt weiter nach vorne zu drängen.

Und genau dadurch entsteht etwas Neues:

Alte Muster dürfen gehen.
Wir können neue Möglichkeiten finden.

Nicht die nächste schnelle Lösung.
Sondern die, die zu uns passt.

Und  genau hier beginnt die eigentliche Veränderung:
in dem Moment, in dem wir aufhören, weiterzugehen –
und anfangen, bewusst zurückzublicken.

Sabine 2026

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